Die Auswahl an Tiernahrung ist heute groß und auf den ersten Blick unübersichtlich. Hinter der Vielfalt steckt jedoch ein sinnvolles Prinzip: Hunde und Katzen haben je nach Lebensphase, Rasse und Bewegungsfreude einen unterschiedlichen Nährstoffbedarf. Eine passende Fütterung trägt wesentlich zu Gesundheit und Wohlbefinden bei. Die folgenden Abschnitte erklären, welche Faktoren bei der Futterwahl zählen, wie sich die Ernährung von Hund und Katze entwickelt hat und wann eine spezielle Kost sinnvoll ist.
Tierfutter: Welche Faktoren bei der Auswahl zählen
Eiweiß, Kohlenhydrate und Fette dienen als wichtigste Energielieferanten. Wie viel ein Tier davon benötigt, richtet sich vor allem nach Alter und zu erwartendem Endgewicht. Daneben spielen Rasse, Felltyp und Aktivitätsniveau eine große Rolle. Ein Chihuahua hat einen anderen Bedarf als eine Deutsche Dogge, und eine gemütliche Wohnungskatze braucht weniger Energie als ein aktiver Freigänger.
Für jede Lebensphase gibt es speziell abgestimmte Produkte. Eine Orientierung bieten unter anderem:
- Welpen: kaltgepresstes Trockenfutter
- Junioren: Komplett-Mix
- Erwachsene Tiere: Nassfutter wie Pastete
- Senioren: sensitive Selektion
Wichtig: Vierbeiner sollten unbedingt entsprechend ihren Bedürfnissen gefüttert werden. Bei Fertigprodukten sollten Tierhalter daher nicht nur auf die Lebensphase achten, sondern ebenso auf die Rasse und vor allem auf das Aktivitätslevel.
Wie sich die Ernährung von Hund und Katze entwickelt hat
Hunde sind keine Wölfe mehr und Stubentiger keine Wildkatzen. Das lange Zusammenleben mit dem Menschen hat sich physiologisch auf den Verdauungstrakt ausgewirkt. Hunde von heute können Stärke besser verarbeiten. Sie sind zu Fleisch-Allesfressern geworden, die auch Kohlenhydrate, Gemüse und Kräuter gut vertragen.
Hauskatzen bevorzugen genetisch bedingt weiterhin überwiegend Fleisch. Ihren Speiseplan haben sie aber ebenfalls um pflanzliche Bestandteile erweitert. Wer diese Unterschiede kennt, kann das Futter gezielter auswählen.
Ein ruhiger Fressplatz unterstützt eine gesunde Ernährung zusätzlich. Jedes Haustier braucht seinen eigenen Napf und sollte in Ruhe fressen können.
Wann zu viel oder zu wenig Tierfutter schadet
Bei der Menge gilt: Allzu viel ist ungesund.
Ein zu schnelles Wachstum stört die Struktur von Knochen und Gelenken, dadurch drohen orthopädische Probleme. Auch Übergewicht belastet den gesamten Organismus.
Eine Unterversorgung mit Nährstoffen, Vitaminen und Spurenelementen ist allerdings ebenso schädlich.
Besonders gefährdet sind bestimmte Gruppen:
- Jungtiere im Wachstum
- Arbeitshunde
- trächtige Weibchen
- Leistungssportler unter den Vierbeinern
Wichtig: In allen Ernährungsfragen ist der Tierarzt die richtige Anlaufstelle. Er berät individuell und hilft, eine über- oder Unterversorgung zu vermeiden.
Wenn Hund und Katze eine spezielle Ernährung brauchen
Manche Tiere benötigen eine besondere Diät, die auf ihre Erkrankung abgestimmt ist. Solche Konzepte sollten immer mit dem Tierarzt besprochen werden.
Häufige Beispiele sind:
- Nierenerkrankungen: weniger Protein, dafür mehr Kohlenhydrate und Fett
- Lebererkrankungen: leicht verdauliche Kost, etwa mageres Geflügel, und leicht reduziertes Eiweiß
- Chronische Erkrankungen wie Allergien oder Diabetes: ein langfristiges Ernährungskonzept, das den Symptomen entgegenwirkt
- Rassen mit Neigung zu Zahnstein wie Schäfer, Labrador und Pudel: ein entsprechend abgestimmtes Futter
Wichtig: Essensreste vom Tisch haben im Napf nichts verloren. Sie passen nicht zu einem ausgewogenen Ernährungskonzept und können dem Tier schaden.
Ob Altersangabe oder das Foto einer bestimmten Rasse auf der Verpackung: Tierhalter können sich in der Regel darauf verlassen, dass seriöse Futtermittelproduzenten ihre Rezepturen nach aktuellem Wissensstand korrekt berechnen. Für welches Produkt aus dem Sortiment sich der Besitzer letztlich entscheidet, bleibt ihm überlassen.
Für individuelle Fragen zur Ernährung von Hund und Katze bieten wir auch eine persönliche Ernährungsberatung in unserer Praxis an.
